Losung für den 06.04.2020

Wenn ich auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre. Hosea 8,12

Jesus spricht: 

Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Johannes 18,37

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Frau beim Einkauf Frau mit Einkaufstüten (Foto: Pixabay)

Gemeinde

Angedacht: Kontaktreduzierung heißt nicht Freundlichkeits-Reduzierung

Unter den kontaktreduzierenden Maßnahmen leiden besonders die Menschen jenseits des 60. Lebensjahres. Besuche von ihren Kindern und Enkel sind nicht möglich. Und wenn sie draußen unterwegs sind, schlägt ihnen oftmals Unverständnis oder gar Aggression entgegen. 

„So soll der Priester ihn einschließen sieben Tage und am siebentern Tag besehen.“ (3. Mose 13,4-5)

Vom Mittel der Quarantäne, um eine ansteckende Krankheit einzudämmen, schreibt schon die Bibel im dritten Buch Mose, entstanden einige Hundert Jahre vor Jesus. Damals ging es um Krankheiten, die sich durch Hautveränderungen bemerkbar machten. Darunter Harmloses wie eine Schuppenflechte, aber auch Ansteckendes wie Gürtelrose oder gar Lebra. Deshalb zunächst eine siebentägige Quarantäne und anschließend eine Untersuchung, ob und wie sich die Haut verändert hat. Und wenn es sich als eine nicht eindämmbare Krankheit entpuppte, dann: „soll er unrein sein, allein wohnen, und seine Wohnung soll außerhalb des Lagers sein“. (3. Mose 13,46) Eine Ansteckung anderer Menschen sollte ausgeschlossen werden.Man hielt Abstand zu ihnen. Sie durften nicht angefasst werden. Sie durften nicht in die Häuser der Gesunden. Sie waren von öffentlichen Versammlungen ausgeschlossen.

Vergleichbares gilt in diesen Tagen für die Menschen, die an Covid 19 erkrankt bzw. mit dem Corona-Virus infiziert sind.Sie kommen in Quarantäne zuhause oder im Krankenhaus. Soweit die Parallelen zwischen den biblischen Zeiten und unseren. Aber etwas ist doch anders und damals wie heute nicht gut.

In Telefonaten, bei Gesprächen über die Straße oder an der Eingangtür erzählen mir ältere Menschen immer wieder, wie sie von jüngeren Menschen böse angeguckt werden, wenn sie draußen unterwegs sind. Ja, die Menschen Ü60 und erst recht die Ü80 gehören nach den Erkenntnissen des Robert Koch Instituts zu den besonders gefährdeten Personen. Aber ist das ein Grund diese „wie Aussätzige“ zu behandeln? (So eine Betroffene wörtlich.) Müssen ältere Menschen nicht auch mal einkaufen, zum Arzt, zur Apotheke oder einfach mal an die frische Luft? Gerade im Alter ist Bewegung wichtig für die Gesundheit. Die Muskeln bauen viel schneller ab als bei jungen Menschen. Kreislauftraining ist immens wichtig für die geistige Leistungsfährigkeit. „Wer rastet, der rostet“, sagt der Volksmund. Und darüberhinaus stärkt Bewegung an der frischen Luft das Immunsystem.

Jesus hatte die zu seiner Zeit geltenden Regeln zum Umgang mit Aussätzigen immer wieder gebrochen. Jesus tat alles, damit diese Menschen sich nicht ausgesetzt und ausgegrenzt fühlten. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Natürlich achten wir die Abstandsregeln, wenn uns ein älterer Mensch entgegenkommt und machen bereitwillig Platz. Aber das können wir mit einem freundlichen Gesicht, einem Lächeln und vielleicht einem „Guten Tag“ oder einem „Hallo“ tun. Und wir können uns freuen, dass dieser Mensch noch so rüstig ist und seine alltäglichen Erledigungen selbst bewältigt.

Die Bedrohung durch das Corona-Virus ist kein Grund, andere auszugrenzen. Gerade weil wir Kontakte und Begegnungen reduzieren müssen, ist es wichtig, den Menschen, denen wir begegnen, freundlich und zugewandt zu begegnen.

Pfr. Ingo Siewert

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20.03.2020



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